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Transparenter ausländischer Trust und in Italien ansässiger Begünstigter: das zugewiesene Vermögen stellt kein Einkommen dar (Antwort Nr. 165/2026)

Mit der Antwort Nr. 165/2026 hat die italienische Finanzverwaltung klargestellt, dass bei einem transparenten ausländischen Trust mit einem identifizierten, in Italien ansässigen Begünstigten das dem Begünstigten zugewiesene Trustvermögen kein Einkommen darstellt, während die Erträge aus den erhaltenen Vermögenswerten ab dem Zeitpunkt zu besteuern sind, zu dem die in Italien ansässige Person Begünstigter wird. Die Vermutung nach Artikel 45 Absatz 4-quater TUIR, die für Zuweisungen ausländischer intransparenter Trusts gilt, findet dagegen keine Anwendung.
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Inhaltsverzeichnis

Summary

  • Das Vermögen transparenter ausländischer Trusts, das identifizierten, in Italien ansässigen Begünstigten zugewiesen wird, stellt kein steuerpflichtiges Einkommen dar.
  • Erträge aus den erhaltenen Vermögenswerten sind Kapitalerträge (Art. 44 Abs. 1 lit. g-sexies TUIR), steuerpflichtig ab dem Zeitpunkt, zu dem die ansässige Person Begünstigter wird.
  • Das Einkommen wird nach den Steuervorschriften des Ansässigkeitsstaats des Trusts ermittelt (im vorliegenden Fall: Vereinigte Staaten).
  • Die Einkommensvermutung nach Art. 45 Abs. 4-quater TUIR, die ausländischen intransparenten Trusts vorbehalten ist, findet keine Anwendung.
  • Die steuerlichen Meldepflichten sowie IVIE/IVAFE für im Ausland gehaltene Vermögenswerte bleiben bestehen.

Einleitung

Mit der Antwort Nr. 165/2026 hat die italienische Finanzverwaltung klargestellt, wie das Einkommen aus einem transparenten ausländischen Trust gegenüber einem ansässigen Begünstigten zu ermitteln ist, im Sinne von Artikel 44 Absatz 1 Buchstabe g-sexies) TUIR (italienisches Einkommensteuergesetz): Das den ansässigen Begünstigten zugewiesene Trustvermögen stellt kein Einkommen dar, und die Erträge aus den erhaltenen Vermögenswerten sind ab dem Zeitpunkt zu besteuern, zu dem die ansässige Person Begünstigter wird. Die Vermutung nach Artikel 45 Absatz 4-quater TUIR für Zuweisungen ausländischer intransparenter Trusts findet dagegen keine Anwendung.

Der Sachverhalt

Der Fall betrifft eine US-amerikanische Staatsbürgerin mit steuerlichem Wohnsitz in Italien, die nach dem Tod ihrer Mutter im Jahr 2025 Begünstigte eines in den Vereinigten Staaten errichteten Trusts wurde.

Nach den Angaben im Antrag war der Trust steuerlich den Eltern zugerechnet, bis zum Tod der Mutter, und wurde erst danach gegenüber den begünstigten Kindern transparent. Die Antragstellerin bat die Finanzverwaltung um Klärung, wie das der Besteuerung in Italien zugrunde zu legende Trusteinkommen zu ermitteln sei.

Die Finanzverwaltung stellt klar, dass die Einordnung des Trusts nicht Gegenstand der Anfrage sei, und geht daher als Prämisse von dessen Transparenz nach dem Tod der Errichterin aus.

Die Besteuerung transparenter Trusts

Gemäß Artikel 73 Absatz 2 TUIR werden, wenn die Begünstigten des Trusts identifiziert sind, die vom Trust erzielten Einkünfte diesen unmittelbar zugerechnet, und zwar im Verhältnis des im Errichtungsakt vorgesehenen Anteils oder, mangels einer solchen Regelung, zu gleichen Teilen.

Als identifizierter Begünstigter gilt, wer nicht nur eindeutig bestimmt ist, sondern auch das Recht hat, vom Trustee die Auszahlung des ihm zugewiesenen Einkommens zu verlangen. Solche Einkünfte stellen Kapitalerträge im Sinne von Artikel 44 Absatz 1 Buchstabe g-sexies) TUIR dar. Bei einem nicht ansässigen transparenten Trust mit einem in Italien ansässigen Begünstigten ist das insgesamt vom Trust erzielte und dem Begünstigten zurechenbare Einkommen maßgeblich, auch wenn es außerhalb des italienischen Staatsgebiets erzielt wird.

Die Ermittlung des Einkommens des ausländischen Trusts

Unter Bezugnahme auf das Rundschreiben Nr. 34/E aus dem Jahr 2022 bekräftigt die Finanzverwaltung, dass bei der Ermittlung des Einkommens eines nicht ansässigen transparenten Trusts, das dem italienischen Begünstigten zuzurechnen ist, die steuerrechtlichen Vorschriften des Staates zu berücksichtigen sind, in dem der Trust ansässig oder errichtet ist. Artikel 45 Absatz 4-quater TUIR findet dagegen keine Anwendung; danach gilt bei Zuweisungen ausländischer Trusts, bei denen nicht zwischen Vermögen und Einkommen unterschieden werden kann, der gesamte erhaltene Betrag als Einkommen.

Die Finanzverwaltung weist darauf hin, dass diese Vorschrift grundsätzlich für Zuweisungen ausländischer intransparenter Trusts gilt, die in Niedrigsteuergebieten errichtet wurden, nicht jedoch für transparente Trusts mit identifizierten Begünstigten.

Die Klarstellung der Finanzverwaltung

Ab dem Steuerjahr 2025 ist die Antragstellerin als identifizierte Begünstigte eines transparenten ausländischen Trusts verpflichtet, in Italien den ihr zurechenbaren Anteil am Trusteinkommen zu erklären, unabhängig von dessen tatsächlicher Ausschüttung. Das maßgebliche Einkommen ist unter Berücksichtigung der steuerrechtlichen Vorschriften des Staates zu ermitteln, in dem der Trust ansässig oder errichtet ist — im vorliegenden Fall die Vereinigten Staaten — und stellt für den ansässigen Begünstigten Kapitalerträge im Sinne von Artikel 44 Absatz 1 Buchstabe g-sexies) TUIR dar. Artikel 45 Absatz 4-quater TUIR, der grundsätzlich für Zuweisungen ausländischer intransparenter Trusts in Niedrigsteuergebieten gilt, findet dagegen keine Anwendung.

Unberührt bleiben schließlich, soweit die Voraussetzungen vorliegen, die steuerlichen Meldepflichten sowie die IVIE- und IVAFE-Pflichten für im Ausland gehaltene Immobilien und Finanzvermögen.

Rechtsgrundlagen

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