Der Estnische Arbeitgeberverband (ETTK) und der Estnische Gewerkschaftsbund (EAKL) haben eine Einigung über einen monatlichen Mindestlohn von €946 für das Jahr 2026 erzielt.
Sozioökonomischer Kontext und Ziele
Die Verhandlungen zwischen den Sozialpartnern über eine Erhöhung des nationalen Mindestlohns begannen im Dezember 2025.
Obwohl die Sozialpartner in der Regel bereits im Dezember eine Einigung erzielen, scheiterten die diesjährigen Verhandlungen wiederholt. Daher war die Einschaltung eines nationalen Schlichters erforderlich.
Die Gewerkschaftsvertreter akzeptierten zunächst den Vorschlag des nationalen Schlichters in Höhe von €956, während die Arbeitgebervertreter ihn ablehnten.
Die Gespräche wurden bis vor Kurzem fortgesetzt, als die Parteien schließlich einen Kompromiss erzielten und sich auf einen monatlichen Mindestlohn von €946 einigten.
Laut Kaia Vask, Vorsitzende des Estnischen Gewerkschaftsbundes, lag das Ergebnis unter dem, was die Gewerkschaften ursprünglich gefordert hatten, jedoch über dem, was die Arbeitgeber ursprünglich bereit waren zu akzeptieren. Dennoch wäre eine weitere Verzögerung bei der Festlegung des Mindestlohns für die betroffenen Arbeitnehmer als eine schlechte Lösung angesehen worden.
Rund 20.000 Vollzeitbeschäftigte in Estland verdienten im Jahr 2025 den Mindestlohn von €886. Daher wird ihr Einkommen ab dem 1. April 2026 auf €946 steigen.
Weitere Schritte
In Estland verhandeln die Sozialpartner jährlich über den Mindestlohn. Sobald eine Einigung erzielt wird, muss die Regierung die Entscheidung formell durch eine Verordnung genehmigen.
Daher wird der erhöhte nationale Mindestlohn ab dem 1. April in Kraft treten, wenn die Regierung voraussichtlich die offiziellen Bekanntmachungen veröffentlichen wird.