Dieser Vorschlag zielt darauf ab, eine mehrsprachige elektronische öffentliche Schnittstelle zu schaffen, die mit dem Informationssystem für den Binnenmarkt (IMI) verbunden ist. Das IMI ist bereits ein zentrales Instrument für die Verwaltungszusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten.
Erfahren Sie mehr über Entsendemeldungen in unserem Leitfaden zur Entsendemeldung.
Hauptziele
Die Verordnung konzentriert sich auf die Einführung einer elektronischen Schnittstelle, die Folgendes ermöglicht:
- Sicheres Zugriffsmanagement. Benutzer können persönliche Konten erstellen, um auf einen geschützten Bereich zuzugreifen und die Datensicherheit zu gewährleisten.
- Erstellung, Übermittlung und Verwaltung von Entsendemeldungen. Die Erstellung, Übermittlung und Verwaltung von Entsendungserklärungen wird schneller und effizienter möglich sein. Das standardisierte Meldungsformular enthält Angaben zum Arbeitgeber, zu den entsandten Arbeitnehmern, zum Arbeitseinsatz, zum Leistungsempfänger und zur Kontaktperson bei den zuständigen Behörden.
- Transparenz und Rückverfolgbarkeit. Alle Nutzeraktivitäten werden protokolliert, um Transparenz zu gewährleisten und Missbrauch zu verhindern.
- Übermittlung von Dokumenten. Eine Kopie der Entsendemeldung wird direkt an den betroffenen Arbeitnehmer übermittelt.
- Direkter Empfang. Die übermittelten Informationen werden im IMI-System zur Verfügung gestellt, sodass die zuständigen Behörden der Mitgliedstaaten darauf zugreifen können, um die Einhaltung der Vorschriften zu gewährleisten. Darüber hinaus können die Meldungen auf Anfrage der Mitgliedstaaten direkt an die nationalen Systeme übermittelt werden.
Erwartete Vorteile
Diese Verordnung stellt einen wichtigen Fortschritt dar für:
- Verringerung des Verwaltungsaufwands. Durch die Digitalisierung der Verfahren werden Verwaltungsaufwand und Fehler reduziert. Die standardisierte Plattform vereinfacht die Verfahren für Unternehmen und reduziert den Zeitaufwand für die Erstellung von Entsendemeldungen um 73%.
- Finanzielle Auswirkungen. Wenn alle Mitgliedstaaten das System übernehmen, wird eine Senkung der Verwaltungskosten für Unternehmen um insgesamt bis zu 81% erwartet.
- Erleichterung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. Dank der Integration mit dem IMI-System können die Mitgliedstaaten koordinierter zusammenarbeiten.
- Schutz der Arbeitnehmerrechte. Eine verstärkte Harmonisierung und die Verwendung des Standardformulars werden die Einhaltung der Vorschriften zur Entsendung von Arbeitnehmern verbessern. Darüber hinaus erleichtert das System Inspektionen vor Ort und trägt zu fairer Mobilität sowie zur Einhaltung der Arbeitsbedingungen bei.
Umsetzungsmodalitäten
- Die Mitgliedstaaten können dem neuen System auf freiwilliger Basis beitreten.
- Die Mitgliedstaaten, die die Plattform nutzen, müssen sicherstellen, dass ihre nationalen Vorschriften mit dem neuen System kompatibel sind.
- Die Mitgliedstaaten können Änderungen des standardisierten Formulars vorschlagen, um es an ihre spezifischen Bedürfnisse anzupassen. Die Vorschläge müssen von der Kommission genehmigt werden.
- Die Kommission wird technische Unterstützung und Schulungen für die Umsetzung anbieten.
Zukunftsperspektiven
Die Verordnung ist ein weiteres Beispiel für das Engagement der EU zur Verwaltungsvereinfachung und zum Schutz der Rechte von entsandten Arbeitnehmern. Die von der Europäischen Kommission verwaltete öffentliche Schnittstelle wird zu einem Bezugspunkt für Unternehmen, Arbeitnehmer und nationale Behörden und fördert einen transparenteren und gerechteren Arbeitsmarkt.